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Die Welt als Wille und System oder eine Schopenhauerische Kritik der Systemtheorie Luhmanns

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  • Ole Bjerg
Dieser Aufsatz wirft die oft gestellte kritische Frage nach der Stellung des Menschen in Luhmanns Systemtheorie auf. Indem die Frage im Rahmen von Schopenhauers Philosophie und insbesondere seines Begriffs des Willens formuliert wird, umgeht sie die geläufige Antwort der Systemtheorie, dass der Mensch nur ein Umweltkorrelat der Beobachtungen der Systeme sei. Stattdessen wird argumentiert, dass die Systemtheorie in der Form ihrer Erklärungsweise, die auf die Frage fokussiert ist, wie Beobachtungen aneinander anknüpfen, eine Ähnlichkeit zu dem von Leibniz aufgestellten „Satz vom Grund“ aufweist. Anhand von Schopenhauers Kritik des Satzes vom Grund wird gezeigt, wie unzulänglich und problematisch die systemtheoretische Erklärung gesellschaftlicher Phänomene ist. Diese Unzulänglichkeit besteht u.a. darin, dass die Theorie Probleme hat, Situationen „institutioneller Abdifferenzierung“, in denen eine Vielfalt verschiedener Systeme simultan im Spiel sind, adäquat zu analysieren. Es wird vorgeschlagen, den Begriff des Willens in die Systemtheorie einzuschließen. Damit verschiebt sich der Fokus der systemtheoretischen Analyse von der Einheit der Systeme auf die gegenseitigen Bruchflächen zwischen den Systemen und auf den Moment, in dem „gewählt“ werden muss, welche Beobachtungsform in „Tun“ umgesetzt werden soll. Eine solche „Wahl“ beruht notwendig auf dem Charakter des Willens. This article raises the very commonly asked critical question about the position of the human being (Mensch) in Luhmann's systems theory. By formulating the question within the framework of Schopenhauer's philosophy and his concept of will the critique avoids Luhmann's standard reply that human beings are only environmental correlates of system observations. It is argued that in its very form of explanation, focused on the question of how observations connect to each other, systems theory resembles the “Principle of Reason” as stated by Leibniz. Schopenhauer's critique of the Principle of Reason is used to demonstrate a problematic inadequacy in Luhmann's way of explaining social phenomena. The inadequacy consists among others in an inability to properly analyse situations of “institutional dedifferentiation,” where a range of different systems are at play simultaneously. An inclusion of the concept of will in systems theory is suggested. This inclusion shifts the focus of the systems theoretical analysis from the identity of the system to the situations of reciprocal antagonism between systems. In such situations it is necessary to “choose” which form of observation is to be transformed into “doing,” and this “choice” is necessarily a question of the character of the will.
OriginalsprogTysk
TidsskriftZeitschrift fur Soziologie
Vol/bind34
Udgave nummer3
Sider (fra-til)223-235
Antal sider13
ISSN0340-1804
StatusUdgivet - 2005

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ID: 94803